Ein eingeschworenes Team
Die Schwörrede Ivo Gönners kann im Internet nacherlebt werden. Eine stabile Infrastruktur und ein eingespieltes Team machten es möglich.
Ulm, 25. Juli 2008 - Zwei Stunden Live-Übertragung im Internet. Klingt nach einer leichten Übung. Doch während TV-Sender sich bei ihren Direktübertragungen wahre Materialschlachten liefern, musste das beliebte Internet-Portal team-ulm mit einem schmalen Budget auskommen. „Im Frühjahr kam Oberbürgermeister Ivo Gönner auf uns zu und fragte, ob wir die Schwörrede zum zweiten Mal live übertragen würden und bot auch ein wenig finanzielle Unterstützung an“, erklärt team-ulm-Geschäftsführer Andreas Buchenscheit.
Nachdem das Ulmer IT-Unternehmen ScanPlus, team-ulm-Unterstützer der ersten Stunde, zugesichert hatte, kostenfrei eine Datenübertragungsrate von 1000 Mbit in der Sekunde bereitzustellen, musste noch die restliche Infrastruktur besorgt werden. Ein Mikrofon wurde auf dem Balkon des Schwörhauses installiert, außerdem wurde mit zwei Kameras gearbeitet. „Wir haben analoge Technik eingesetzt, die es schon in den 70er Jahren gab, und mit insgesamt 70 Meter Antennenkabel gearbeitet, bis die Informationen in einen klassischen Bildmischer flossen, den uns die Medienoperative bereitgestellt hat. Dann ging alles über eine Funkstrecke zum Server ins Schwörhaus und ins Stadnetz“, erklärt Stefan Kaufmann vom Aufnahmeteam.
Im team-Ulm-Zelt auf dem Platz wurden zuvor Bild und Ton gemischt, über eine Videokarte digitalisiert und in ein streamfähiges Format von 320 x 240 Pixeln kodiert. Parallel dazu wurde der Ton im mp3-Format zum Streaming-Server geschickt, der Bild und Ton synchronisierte und die Übertragung für jeden Nutzer optimierte. Mit nur zwei Sekunden Verzögerung kamen die Bilder der Schwörrede auf den Rechnern zu Hause an. „Schneller als jede Satelliten-Übertragung“, betont Buchenscheit, der sich über die gewachsene Zahl der Zugriffe freut. „In der Spitze hatten wir zur selben Zeit 700 User, insgesamt waren es 5000, darunter solche aus Australien, Miami, Italien oder Tschechien.“
Die komplette, 112-minütige Übertragung der Schwörrede kann übrigens auf den Seiten von team-ulm noch immer angesehen werden und zwar in gestreamter Form. „Das heißt, man kann problemlos an jeden beliebigen Punkt des Videos springen. Da sind wir ganz vorne dran“, weiß Buchenscheit, der hofft, das Video-Team weiter aufrüsten zu können. Eine neue Live-Sendung wurde bereits ins Auge gefasst: „Wir hoffen, den Zieleinlauf des Einstein-Marathons übertragen zu können.“