Videokunst und neue Blickwinkel

Mit seiner installativ-konzeptionellen Kunst hat der Ulmer Künstler Marc Hautmann die Räume der scanplus galerie okkupiert und mit gesellschaftspolitischem Anspruch geflutet. „Da haut man nicht ab!“ ist der Titel der Ausstellung, die mit einer fulminanten Vernissage und Musik einer Berliner Kult-Band eröffnet wird.

Der in Ulm lebende Künstler Marc Hautmann hat mit seinen Projekten, Installationen und Performances in den vergangenen Jahren immer wieder die tägliche Realität sowie eingeschliffenes Denken und Handeln hinterfragt. „Die einen sagen, ich bin politisch, die anderen sagen, ich sei Surrealist“, weiß Hautmann, der gemeinsam mit dem Kollegen Patrick Nicolas unter anderem den Preis des deutschlandweit wahrgenommenen Laupheimer Carl-Laemmle-Kunstwettbewerbs oder den Mittelschwäbischen Kunstpreis überreicht bekam.

Als künstlerischer Solist wird Marc Hautmann in der scanplus galerie im Science Park nun gleich drei Stockwerke mit seinen Ideen füllen und kreativ bespielen. Der Titel „Da haut man nicht ab“ gibt schon mal die Richtung vor. Nahezu zwei Jahre hat Hautmann speziell für diese Ausstellung Objekte gesammelt und entworfen. Mit seinen multimedial angelegten Arbeiten – noch nie hat man in der scanplus galerie so viele kleine und große Bildschirme gesehen – wird er beispielsweise mit Politiker-Zitaten unterstreichen, wie verwechselbar Parteien inzwischen agieren, aber auch Pippi Langstrumpfs Reise nach Taka-Tuka-Land wird ganz besonders unter die Lupe genommen.

 

Der Makro-Blick auf die elastischen Fugen dieser unserer Gesellschaft interessieren diesen Mann. „Wie ticken wir, wie verhalten wir uns“, fragt er sich und hält den Betrachtern unterschiedlichste Spiegelbilder vor, die er selbst als Mixed Art bezeichnet. So manche Provokation trifft hier auf Schwarzmalerei und Hintergründiges, allerdings ist der Künstler mit dem besonderen Look auch immer mit einem sehr speziellen Humor im Bunde.

Zur Vernissage am Donnerstag, den 11. April, findet sich in der scanplus galerie mit „Slow Boat To China“ von 19 Uhr an ein Berliner Underground-Projekt ein, das mit der außergewöhnlichen Besetzung Horn, Cajon, Perkussion, Maultrommel, Melodika, aber auch Gitarre, Bass oder Schlagzeug sehr persönliche Song-Geschichten mit reichlich Verve vortragen wird. Mit dabei im Quintett die singende und textende Hauptstadt-Kultfigur Marianne Enzensberger und Gerd Pasemann, der als Gitarrist einst mit Max Goldt die Band „Foyer des Arts“ am Start hatte. Übrigens: Mit der Linie 2 können Sie der scanplus galerie im Science Park sehr nahekommen.

 

Da haut man nicht ab!
Marc Hautmann

Vernissage 11. April 2019, 19 Uhr
Einführung:                                                       Axel Städter I M.A. Kunsthistoriker
Musikalisches Ereignis:                               Slow Boat to China (Berlin) (Musikvideo)

Ausstellungsdauer: 12. April bis 3. Juli 2019
Montag bis Freitag, 9 - 12 Uhr und 13 - 16 Uhr
scanplus galerie, Lise-Meitner-Str. 5, 89081 Ulm