CLAUDIA THORBAN – DER GARTEN

Raumflutung im Farn-Land

Mikroskopisch vergrößerte Blattgerippe, Zellstrukturen und Blattnervaturen riesenhaft, mächtige Pflanzentriebe – die Künstlerin Claudia Thorban nähert sich der Natur in ihrer ganzen Fülle mit ihrem Fotoapparat oder dem Skizzenblock, nutzt den Kopierer wie auch den Scanner oder den Computer zur Vergrößerung. So entstehen durch die auf Acrylglasplatten gebannten Motive teils raumhohe Collagen und Tableau-Gruppen. Überlagernd an die Wand gelehnte monochrome Flächen, durchscheinende Makrowelten, fragile Umrisse, Schichtungen und Überlappungen, Kontrast und Miteinander – dieser Garten lebt.

Claudie Thorban hat zudem in den vergangenen Jahren immer häufiger Pflanzen mit Bleistift auf weißgrundierten textilen Trägern gebannt oder mit Kreide auf hauchdünnes, seidenartiges Graphitpapier gezeichnet. Details von der Wurzel bis zur Blüte, festgehalten mal mit kräftigem Strich, dann wieder mit verwischten Schraffierungen oder hauchdünnen Linien, die sich zu bewegen scheinen. Die in der Nähe von Crailsheim wirkende Künstlerin ist eine sehr genaue Beobachterin, nähert sich der botanischen Vielfalt nach intensiver Recherche mit fokussiertem Blick, um dann den eigenen Prozess in Gang zu setzen. Leben und Tod, Wachstum und Verwelken, der ewige Prozess, der unser Dasein bestimmt und fasst, dieser Kreislauf der Energien wird in den Arbeiten gleichsam sichtbar und spürbar.

Dies geschieht auch durch Zeichen oder Bildsymbole, die Claudia Thorban als Energiemuster bezeichnet. „Mit farbkräftigem Pinselstrich setzt sie Spiralen, Dreiecke, Sanduhrmotive und immer wieder in sich geschlossene schleifenartige Formen auf Acrylglastafeln, mit denen sie ihre mal fragilen graphischen Pflanzenbilder, mal dynamisch auf dem Kontrast von Hell und Dunkel aufgebauten Zeichnungen kontrastiert“, schreibt Susanna Sackstetter. Und so kommt’s bei Ausstellungen zu Schlagzeilen wie der in den Stuttgarter Nachrichten. Claudia Thorban triumphiert bei Marko Schacher!“, war da am 1. Februar 2018 in der Besprechung einer Gruppenausstellung in Schachers Galerie zu lesen.  „Aber dann ist da die kühle Rhythmik von Material, Form und Farbe bei Claudia Thorban. Ihr Konzept überzeugt formal wie als Auseinandersetzung mit dem Raum …“, begeistert sich der Autor.

Hier ein Eindruck der Installation und der höchst spannenden Vernissage in bewegten Bildern

Der Garten I Claudia Thorban
19. Oktober 2018 bis 9. Januar 2019
scanplus galerie, Lise-Meitner-Str. 5, 89081 Ulm

 

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